AMO&INE - Ich liebe die Sumpfnympfe...

SOMMER-Gemeinschaftsausstellung, Galerie Centrum

 

Ich liebe Undine = Ich liebe die Sumpfnymphe


Die Japaner haben da etwas gefunden, was jetzt bei uns so ziemlich modern zu werden scheint. Es nennt sich „Shinrin Yoku“, auf Deutsch „Waldbaden“.  Wir haben das aber schon von Alters her im Gebrauch als Waldspaziergänge, „Schwammerl suchen“ oder gar Trikitraki Forsti. Das Heilsame am Wald ist auch, dass er ein Tummelplatz von Nymphen ist; den Hamadryaden, gut erkennbar an Zwieseln der Astgabelungen, die den Schritt der umgekehrt aufgehängten Nymphen zeigen. Die ganze Natur zeigt die vielgestalteten Nymphen. Weibliche Konturen der Gebirgszüge sind Oreaden. Napaen verkörpern Schluchten, ähnlich der weiblichen Vulven – eine fluviatile Erosionsform.

 

Die Gefährlichkeiten wohnen im Sumpf; hierbei ist es weniger Gestalt als eine allgemeine Schwüle der Verführung: Die opfer-fordernden Selfeiden der heiligen Heine. Die hörbaren Klagen der Echo, das frische Lispeln der Najaderen. Oder die erdsauren Töne der Syrinx, wenn der Wind sich im Schilfrohr wiegt. „Komm, komm, komm“, flüstern die Undinen, die Sumpfnymphen, betörend. Die Jugend folgt ihr vorwiegend im männlichen Geschlecht und kehrt nicht wieder. Der Sumpf, das Moor, die Nymphen haben sie verschlungen. Und die Moral von der Geschichte: Die Hingabe an die Nymphen führt ins Verderbnis, erst recht, des sich ihrer Erwehrens. Sollten die Nymphen sich verweigern, werden sie zurückgeworfen in die Botanik und nicht zum Menschen hin erlöst – es ist ohnehin ein Wunschdenken, weil schon ein Bordellbesuch in Tanger, in der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts, gleichbedeutend war mit einer totbringenden Geschlechtskrankheit.

 

Fazit ist: Für die noch verbliebenen bildenden Künstler, eine Natur so darzustellen, dass ihre Verführung überdeutlich wird. Wenn Orchideen dem Menschlein ihre Zungen entgegenstrecken um mit dem letzten Hauch des Windes zu vergehen, um so das letale Ende zu zeigen, mit einem Lächeln auf den Lippen und auf den Brustknospen. So wie es die Tränen des Eros gebieten.


Die hingebungsvollen Aktzeichner_innen unseres Vereines sind besonders gefordert.

Wisset aber: Nymphen sind vierschrötig, bockshufig und tiefbrüstig!

 

Finissage mit Werkabholung: Freitag 20.7.2018, ab 16.00

Vernissage: 
Freitag, 6. Juli 2018, 19:30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 
Freitag, 20. Juli 2018
Öffnungszeiten: 
Mi,Do,Fr 16 -18 Uhr und nach Vereinbarung 0676 7305366